Die wichtigsten Reisekrankheiten des Hundes   PDF-Datei (821KB)

Die Grenzen Europas sind offen. Reisen ist sehr einfach geworden, denn mit dem Flugzeug, Auto oder Wohnmobil ist das Reiseziel meist in wenigen Stunden erreichbar. Wenn dann auch noch der neue Heimtierausweis vorhanden und eine gültige Tollwutimpfung eingetragen ist, so sollte kaum etwas entgegenstehen, dass auch der Hund mit auf die Reise darf, … wären da nicht die unangenehmen Reisekrankheiten.

Was verbirgt sich unter dem Begriff Reisekrankheiten?
 
Unter dem Begriff Reisekrankheiten fasst man Erkrankungen zusammen, die in Deutschland

 
 nicht vorkommen sollten.  Einige dieser Erkrankungen sind jedoch in den letzten Jahren nach
 Deutschland „eingereist“, denn nicht nur wir reisen mit unseren Hunden in den Süden, auch 
 Krankheiten reisen in unseren Hunden nach Norden.
  

Die häufigsten Erreger dieser Reisekrankheiten und ihre Überträger

LEISHMANIEN sind Parasiten, die durch den
Stich von Sandmücken übertragen werden.
An der Stichstelle verbreiten sie sich zunächst unter der Haut. Später befallen die Erreger die inneren Organe und die weißen Blutkörperchen.
Man spricht in Europa auch von der Organ-Leishmaniose. Sandmücken gibt es auch in
Deutschland entlang des Rheingrabens in Baden-Württemberg und im Süden von Rheinland-Pfalz. In den letzten Jahren gab es
in diesen Regionen bereits die ersten Leishmaniose-Fälle.

BABESIEN sind Einzeller, die sich in den roten Blutkörperchen vermehren und diese dabei zerstören.Übertragen werden sie durch den Stich von Auwaldzecken, die inzwischen auch fast ganz Deutschland erobert haben. In Deutschland ist die Babesiose als „Hunde-Malaria“ bekannt.
Im Mittelmeerraum Südeuropas überträgt eine weitere Zeckenart, die braune Hundezecke, diese Babesien.

EHRLICHIEN sind Bakterien-ähnliche Erreger, die sich in den weißen Blutkörperchen vermehren.
In Europa werden sie durch den Stich der braunen Hundezecke übertragen.
Diese Zeckenart ist ab Zentralfrankreich südwärts anzutreffen.

HEPATOZOEN sind Einzeller, die in den weißen Blutkörperchen parasitieren. Weiterhin bilden sie kleinste Knötchen in inneren Organen. Übertragen werden Hepatozoen durch das Verschlucken der braunen Hundezecke, die sich - blutsaugend – an anderen Hunden infiziert hat.



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FILARIEN
sind Würmer, die im Blutgefäßsystem leben. In Europa kommen 5 verschiedene solcher Filarien vor. Die bekannteste ist der Herzwurm. Die erwachsenen Würmer werden bis zu 30 cm lang und siedeln sich vor allem in der rechten Herzkammer und in der dort in die Lunge führenden Arterie an. Übertragen werden die verschiedenen Filarien von Stechmücken und Flöhen. Es ist zu erwarten, dass solche Filarien auch nach Deutschland einreisen. In der französischen Normandie sind diese Filarien schon bekannt.
  

Wie können diese Krankheiten an Ihrem Hund aussehen?

Alle aufgeführten Krankheiten sind für Sie als Hundebesitzer nur schwer erkennbar. Die Krankheits-erscheinungen deuten nicht klar auf eine spezielle Erkrankung hin. Sie sollten spätestens dann, wenn Ihr Hund müde oder nicht gesund erscheint, Ihren Tierarzt aufsuchen. Je eher Reisekrankheiten erkannt werden, desto eher kann mit einer speziellen Therapie begonnen werden.
         

LEISHMANIOSE:
 

Anzeichen dieser Erkrankung treten erst Wochen bis Monate, in einigen Fällen sogar erst nach Jahren nach der Ansteckung im Urlaub auf. Es entstehen Hautveränderungen an den Ohrrändern und dem Nasenrücken oder an anderen Körperstellen, die nur schwer oder gar nicht heilen. Oft zeigen kranke Hunde eine reduzierte Belastbarkeit, Gewichtsverlust und geschwollene Lymphknoten. Es kann zu Augenveränderungen und Nierenschäden kommen. Häufig wird auch immer wiederkehrender Durchfall beobachtet.

BABESIOSE:
 

Die ersten Anzeichen sind hohes Fieber gefolgt von Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Durch das Eindringen der Parasiten in die roten Blutkörperchen und durch deren anschließende Zerstörung kommt es zu Blutarmut und oft auch zu Gelbsucht. Ihnen kann eine dunkle Färbung des Urins auffallen, die durch die Ausscheidung des abgebauten Blutfarbstoffes entsteht. Auch  Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen, Atemnot, Entzündungen der Maulhöhle oder der Augen werden zeitweise beobachtet.
  

EHRLICHIOSE:
 

Bei dieser Erkrankung tritt zurächst wiederkehrendes Fieber auf, der Hund wirkt schwach und frisst auch nicht mehr. Erbrechen und Augenausfluss können auftreten. Phasenweise erscheint der Hund wieder völlig gesund. Häufig kommt es unbemerkt zum Absinken der Blutplättchen. Im späteren Verlauf dieser Erkrankung kommt es daher zu Blutungen (z.B. Nasenbluten, kleine Blutergüsse unter der Haut „blauer Fleck“).
Solche Blutungen können aber auch unsichtbar in den
 
 Gelenken auftreten und gehen dann einher mit Bewegungs-
 unlust, schwankendem Gang oder auch  Muskel zuckungen. Weil das Abwehrsystem des Hundes
 geschwächt  wird, kann es zu starkem Gewichtsverlust kommen.
 
HEPATOZOONOSE:
 
Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielfältig: phasenweise Fieber, Blutarmut, blutiger Durchfall, Erbrechen, Nasen- und Augenausfluss und Gewichtsverlust. Manchmal werden Bewegungsschwierigkeiten („steifer Gang“) beobachtet, welche durch Muskelschmerzen und -schwäche verursacht werden. Diese Erkrankung kann sich auch durch Epilepsie ähnliche Krampfanfälle äußern.
 
FILARIOSE:
 

Die gefürchtetste unter den Filarien ist der Herzwurm. Stechmücken übertragen die Larven der Herzwürmer auf den Hund. Von der Haut wandern die Larven in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen auf diesem Weg bis in das Herz. Die erwachsenen Würmer leben dann in den Blutgefäßen und verstopfen diese. Die ersten Krankheitsanzeichen treten erst 5 bis 7 Monate nach der Ansteckung auf. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion, Atemnot und chronischem Husten. Andere Filarien, wie beispielsweise der Hautwurm, welcher sehr häufig in Ungarn ist, bildet Hautknoten. Der Hautwurm wird auch über Stechmücken übertragen und kann sich auch beim Menschen einnisten.
  

Wie kann Ihr Tierarzt Reisekrankheiten feststellen?

Alle aufgeführten Krankheiten lassen sich direkt und indirekt nachweisen. Es kann im Blut direkt nach den Parasiten gesucht werden oder nach Antikörpern, die
das Abwehrsystem des Hundes gebildet hat. Bei der Leishmaniose kann der Erreger auch in der Haut oder im Lymphknoten nachgewiesen werden. Eine Untersuchung auf Herzwürmer kann erst 6 Monate nach der Rückkehr
aus dem Urlaub vorgenommen werden. Ihre Tierarztpraxis hält ein maßgeschneidertes und regionspezifisches Untersuchungspaket für Sie bereit.
    
 


Was können Sie als Tierbesitzer tun?

 
Wenn Sie Ihren Hund möglichst umfassend schützen wollen, so ist der beste Schutz, ihn erst gar nicht mit in die sogenannten Risikoländer zu nehmen. Denn einen absoluten Schutz gegen diese Reisekrankheiten gibt es nicht.
Wenn Sie Ihren Hund dennoch mit auf die Reise nehmen wollen, so sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
 
- Das Blutsaugen von Zecken, Mücken und Flöhen muss unterbunden werden. Dies erreichen Sie
  über Abwehrmittel, so genannte Spot-On-Präparate oder Halsbänder. In Ihrer Tierarztpraxis werden
  Sie gerne über die möglichen Präparate aufgeklärt.
 
- Um eine Infektion mit Babesien oder Filarien zu vermeiden, können Ihrem Hund verschiedene
  Medikamente vor und während des Urlaubes gegeben werden. In Ihrer Tierarztpraxis bekommen
  Sie weitere Informationen.
 
Ein Tierarztbesuch rechtzeitig vor dem Urlaub kann also helfen, Reisekrankheiten zu vermeiden.
Ein Tierarztbesuch im Anschluss an Ihren Urlaub ist notwendig, um Infektionen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dies gilt besonders, wenn Sie einen Hund aus einem der genannten Risikoländer mit zurück nach Hause nehmen!
 

   


 

 

 


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